Arbeitslosigkeit und psychische Belastung – Partner sind psychisch genauso belastet wie die Betroffenen selbst

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin untersuchte die psychische Gesundheit von Betroffenen vor und nach Betriebsschließungen. Das Resultat: Beide – sowohl der/die Betroffene, als auch der/die Partner/in leiden deutlich und etwa im gleichen Ausmaß. Der Gesundheitsexperte Jan Marcus der DIW-Forschergruppe betonte, dass es dabei keinen Unterschied mache, ob die Frau oder der Mann die Stelle verloren habe. Das hat Folgen für die gesundheitliche Versorgung sowie auf die Kosten für das Gesundheitssystem. Hier wurden bisher wohl nur die Betroffenen selbst berücksichtigt. Die Studie greife auf mehrere Tausend Personendaten seit ca. 30 Jahren zurück. Manko der Studie: Lediglich die ersten Monate nach Arbeitsplatzverlust werden untersucht. Die Untersuchung der Langzeitauswirkungen wären ebenfalls sehr wichtig, sowohl im Rahmen der Behandlung psychischer Erkrankungen, aber auch im Bereich des betrieblichen Gesundheitsschutzes und Prävention. Auf jeden Fall machen die Ergebnisse darauf aufmerksam, im Rahmen solch einer Belastung frühzeitig auch psychotherapeutische Unterstützung in Betracht zu ziehen – sowohl als Betroffener als auch als Partner.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt I PP I Heft 6 I Juni 2014, S. 244

Un-/gesunde Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten untersucht Rolf Haubl, Professor für psychoanalytische Sozialpsychologie mit seinen Kollegen der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt und der Technischen Universität Chemnitz, so berichtet die Frankfurter Rundschau online.

Ihre Studie beruht auf der Befragung von Supervisoren/Beratern in Unternehmen und zeigt: Erlebter Leistungsdruck scheint vorherrschend (ca. 90% mit Tendenz steigend im Vergleich zu Studienergebnissen aus früheren Jahren). Auffällig sei, dass viele Beschäftigte sich nicht ausreichend gewürdigt und gelobt fühlen. Aus mangelnder Leistungsgerechtigkeit entstehe Überforderung. Aus Überforderung und mangelnder Anerkennung entstünden wiederum psychische Belastungen, depressive Symptome und Erschöpfungssymptome/Burnout.

Vier Faktoren können psychische Erkrankungen abpuffern, so Haubl: Soziale Anerkennung, Leistungsgerechtigkeit, Kollegialität und Führungskompetenz.
Soziale Anerkennung meint das Gefühl zu erhalten, wichtig, nützlich und wertvoll zu sein. Es bedeutet, als Person gesehen zu werden, z.B. vom Vorgesetzten mit dem Namen angesprochen zu werden oder zum Geburtstag gratuliert zu bekommen.
Leistungsgerechtigkeit bedeutet, angemessene Bezahlung zu erhalten. Auch die Bezahlung von Überstunden zählt hierzu. Als weitere Faktoren benennt Haubl Kollegialität und Führungskompetenz, d.h. Orientierung sowie Halt durch die Führungskraft.

Aufgrund der wirtschaftlichen Lage und damit erlebter Unsicherheit steigt jedoch aus Angst vor der Arbeitslosigkeit die Bereitschaft zur Selbstausbeutung. Es käme zu sogenanntem Präsentismus. Das bedeutet, dass Angestellte sich bei Krankheit nicht auskurieren, sondern trotzdem bei der Arbeit erscheinen, um nicht negativ aufzufallen.
Um solchen sowohl Personen, als auch ein System krankmachenden Bewegungen entgegen zu wirken, rät Haubl zu nachhaltiger Personalpolitik.

So zeigt auch diese Untersuchung ganz akut, dass Gesundheitsmanagement auf allen Unternehmensebenen eine wichtige Maßnahme in Unternehmen darstellt. Gleichzeitig ist jeder einzelne auch in seiner Eigenverantwortung und Selbstfürsorge gefragt.

Quelle: http://www.fr-online.de/campus/burnout–stress-und-depression-wenn-arbeit-krank-macht,4491992,16939526.html

Schokolade lindert die Stressreaktivität

Das haben Forscher der Universität Zürich, Bern und des Inselspitals Bern bestätigt. Zwei Stunden nach dem Verzehr 50 g dunkler Schokolade wurden die Teilnehmer der Studie einem Stresstest unterzogen. Sie mussten vor einem Publikum eine Rede halten sowie im Kopf rechnen. Die Experimentalgruppe schüttete deutlich geringere Mengen des Stresshormons Cortisol aus als die Kontrollgruppe, die nur Placebo-Schokolade bekam. Der Grund sei, dass dunkle Schokolade (72% Kakao) reich an Flavanol ist. Flavanol zählt zu den Flavonoiden. Das sind sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die in Kakao, Tee und verschiedenen Früchten, wie Äpfeln, vorkommen. Die Studie zeigt, dass dunkle Schokolade die Cortisol-Stressreaktivität abpuffert und somit den Organismus schützt. Aber auch hier ist es wichtig, das richtige Maß zu finden.

Quelle: Wirtz, P., Meister, R., Arpagaus, A., Kübler, U., Kummer, P., Feijza, L., Treichler, S., Huber, S., von Känel, R., & Ehlert, U. (2012). Verminderte physiologische Stressreaktivität nach einmaliger Gabe von schwarzer Schokolade. In Psychologische Medizin, Abstractband: Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 2012.