Was motiviert Workaholics?

Die Motivation von Workaholics besser zu verstehen, ist das Ziel einer Studie von Van den Broeck und Kollegen.

Für Workaholics spielt Arbeit eine extreme Rolle im Leben. Während auch andere Menschen lange Arbeitszeiten vorweisen, z.B. wegen Termindruck etc., zeichnen sich Workaholics durch einen starken inneren Drang zum Arbeiten aus. Sie beschäftigen sich gedanklich stark mit der Arbeit, was als kognitive Komponente des Workaholic-Konzeptes bezeichnet wird, z.B. “zwanghaftes/getriebenes Arbeiten”, “working compulsively. Das exzessive Arbeiten selbst wird als Verhaltens-Komponente bezeichnet (hierzu zitieren die Autoren vor allem Arbeiten von Schaufeli und Kollegen).
Allgemein ist bekannt, dass Workaholics häufiger erkranken als Nicht-Workaholics, und berichten vor allem mehr über Stress, Burn-out und negative Stimmung.

Als wichtige Ergebnis ihrer Studie finden Van den Broeck und Kollegen folgendes heraus: Exzessives Arbeiten ist eher autonom motiviert und kann sogar zu Wohlbefinden führen. Trotz eingeschränkter Wahlmöglichkeiten kann eine für das Wohlbefinden förderliche Motivation z.B. durch Empathie, Handlungsmöglichkeiten und Erklärungen erreicht werden. Der krankmachende Faktor hingegen liegt wohl vor allem in der kognitiven Komponente, dem kontrolliert-motivierten, zwanghaften, inneren Drang nach Arbeit. Demnach ist nicht bloß das Motivations-Ausmaß wichtig. Vor allem die Art der Motivation nimmt Einfluss auf die Gesundheitsgefährdung von Workaholics.

Quelle: Van den Broeck, A., Schreurs, B., De Witte, H., Vansteenkiste M., Germeys, F., & Schaufeli, W. (2011). Understanding workaholics’ motivations: A self-Determination perspective. Applied Psychology, 60(4), 600-621.

 

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