Arbeitslosigkeit und psychische Belastung – Partner sind psychisch genauso belastet wie die Betroffenen selbst

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin untersuchte die psychische Gesundheit von Betroffenen vor und nach Betriebsschließungen. Das Resultat: Beide – sowohl der/die Betroffene, als auch der/die Partner/in leiden deutlich und etwa im gleichen Ausmaß. Der Gesundheitsexperte Jan Marcus der DIW-Forschergruppe betonte, dass es dabei keinen Unterschied mache, ob die Frau oder der Mann die Stelle verloren habe. Das hat Folgen für die gesundheitliche Versorgung sowie auf die Kosten für das Gesundheitssystem. Hier wurden bisher wohl nur die Betroffenen selbst berücksichtigt. Die Studie greife auf mehrere Tausend Personendaten seit ca. 30 Jahren zurück. Manko der Studie: Lediglich die ersten Monate nach Arbeitsplatzverlust werden untersucht. Die Untersuchung der Langzeitauswirkungen wären ebenfalls sehr wichtig, sowohl im Rahmen der Behandlung psychischer Erkrankungen, aber auch im Bereich des betrieblichen Gesundheitsschutzes und Prävention. Auf jeden Fall machen die Ergebnisse darauf aufmerksam, im Rahmen solch einer Belastung frühzeitig auch psychotherapeutische Unterstützung in Betracht zu ziehen – sowohl als Betroffener als auch als Partner.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt I PP I Heft 6 I Juni 2014, S. 244

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