Exposition bei Panik: Üben lohnt sich!

In der Behandlung von Panikstörungen hat sich die kognitive Verhaltenstherapie bereits in vielen Untersuchungen als wirksam erwiesen. Die Therapie setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen: Grundlage bilden Informationen zur Panikstörung (sogn. Psychoedukation), das Verstehen der eigenen, ganz individuellen Störungsentwicklung, kognitive, d.h. mentale Strategien, im Umgang mit der Angst sowie die Bearbeitung der Lernmuster im eigenen Leben.
Ein weiterer, sehr wichtiger Therapiebaustein, um Panik und Angst zu bewältigen, ist die sogenannte Exposition. Sie bildet die verhaltensbezogene, d.h. die sogenannte behaviorale Komponente der Verhaltenstherapie. In der Exposition konfronitiert sich der Betroffene mit Unterstützung des Psychotherapeuten und anfangs in seiner Begleitung mit Situation/en, die Angst auslösen.

Anteil und Ausmaß von Expositionsübungen in Therapien variieren jedoch sehr. Wambach und Rief stellten sich die Frage, wie hoch der Nutzen von mehr oder weniger Exposition in einer wirksamen Therapie ist. In ihrer aktuellen Studie verglichen sie 2 Therapiegruppen in einem stationären, kognitiv-verhaltenstherapeutischen Gruppen-Programm für Patienten mit Panikstörung. Die eine Patientengruppe führt einen Tag lang therapeutisch begleitetes Expositionstraining durch, die andere Gruppe übte zwei Tage. In beiden Gruppen besserten sich die Symptome ganz deutlich. In der Gruppe mit dem größeren Expositionsumfang waren die Therapieerfolge nach einem Jahr zudem noch stärker als bei der anderen.

Die Studie belegt erneut die Wirksamkeit kognitiv-verhaltenstherapeutischer Behandlung, und zeigt, dass sich ein erhöhter Aufwand für Expositionsübungen lohnt.
Das ist gut zu wissen, denn für Betroffene ist gerade die Angst vor der Exposition sehr groß und unter Umständen sogar ein Hinderungsgrund, sich für eine Verhaltenstherapie zu entscheiden. Daher liefert die Studie auch wichtige Ergebnisse für die Therapiemotivation.

 
Quelle: Wambach, K. & Rief, W. (2012). Effekte kognitiver Verhaltenstherapie bei Panikstörung: Mehr Exposition bringt stabilere Therapieerfolge. Verhaltenstherapie, 22(2), 95-105.

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